Wir: über uns
Ingrid: über sich
Jürgen: über sich
Wir: über uns
Also, denn: kennen gelernt haben wir uns im Sommer 1965. Die Bundeswehr konnte damals wohl auf einen Jüngling von 19 Jahren
namens
Jürgen aus Cappel bei Marburg/Lahn nicht verzichten und rief ihn nach Rotenburg/Fulda zu den Fahnen.
Nach sechs Wochen endlich der erste Ausgang. In Uniform natürlich. Blaue Uniform: wir waren ja schließlich bei der Luftwaffe!
Musste auch bei den Mädels aus dem Städtchen mächtig Eindruck geschunden haben: die Jungs aus ROF waren abgemeldet...
Tja, und dann habe ich einer holden Maid namens
Ingrid beim Tanzen wohl so imponiert, dass daraus sehr viel mehr geworden ist:
vier Jahre später haben wir geheiratet, in den folgenden Jahren zwei tolle Kinder bekommen und tragen mittlerweile stolz die "Titel"
Oma und Opa.
1971 haben wir aus beruflichen Gründen dem schönen Hessenland den Rücken gekehrt und zogen ins "Ausland", nach Baden-Württemberg.
Genauer gesagt nach Lauda-Königshofen im Norden des Landes, damals besser bekannt als "Badisch-Sibierien".
Die Eingewöhnung war nicht leicht, noch dazu da Jürgen (inzwischen Berufssoldat) durch Lehrgänge und Versetzungen auch nicht
immer "vor Ort" war. Wann immer es damals ging, sind wir mit Kind(ern) und Kegel, Sack und Pack im VW 1200 zu unseren Eltern gefahren.
Wie das funktioniert hat? Wissen wir heute nicht mehr...
Der Kontakt zu anderen Menschen verbesserte sich sehr rasch, als 1982 die geballte Power von fünf Frauen beschloss: auf gehts zum
Tanzkurs!
Wurden wir Männer damals eigentlich gefragt? Ich bin mir absolut nicht sicher!!
Wir fanden so viel Gefallen daran, dass wir dabei blieben: mit viel Herzklopfen 1983 erstes Tanzsportabzeichen, 1984 erster Mannschafts-Wettkampf,
1989 Wechsel ins Turnierlager, 1997 Aufstieg in die höchste deutsche Klasse die Sonderklasse (der Standard-Tänze).

Dann im August 2000 eine nierderschmetternde Diagnose: Jürgen hat
Kehlkopfkrebs...
Und das, obwohl er vor über dreißig Jahren das Rauchen aufgegeben hatte. Operation, Reha, Kuren.
Ab sofort ist Jürgen ein sogenannter
Halsatmer.
2002 nach eisernem Training Wiedereinstieg in den Turniertanz.
Es folgt im wahrsten Sinne des Wortes ein unglaubliches Jahr: von 16
getanzten Turnieren in der A-Klasse (wir haben uns zurückstufen lassen) 13 Mal Platz eins, zweimal Platz zwei und einmal Platz drei.
Und zu guter letzt das "i-Tüpfelchen": im September 2003 wurden wir
Landesmeister von Baden-Württemberg und stiegen
erneut in die
höchste Klasse auf.
Und das trotz des Handicaps von Jürgen. Er ist möglicherweise der einzige Kehlkopflose in Deutschland,
der Turniertanz als Hochleistungssport betreibt.
In unserer Tanzkarriere (bisher fast 170 Turniere) haben wir viel erreicht: Landesmeister, Vize-Meister, mehrfache
Endrundenteilnehmer bei Landesmeisterschaften, Sieger Bodensee-Tanzfest, Sieger Nordhessische Tanztage, Sieger Weihnachtsturnier Dresden, Teilnahme am Deutschlandpokal
(inoffizielle Deutsche Meisterschaft der Senioren), Teilnahme am größten Tanzturnier der Welt, den "German Open" usw. usw.
Wir standen bisher 40 Mal auf dem Treppchen, davon 25 Mal ganz oben.

Die Stadt Lauda-Königshofen hat uns mit der Sportlermedallie in Bronze, Silber und Gold geehrt.
Als
Gründungsmitglieder des Tanzsportclubs (TSC) Gelb-Blau der DJK Unterbalbach e.V. engagieren wir uns in der Vereinsarbeit u. a. als Übungsleiter, Trainer, Sportwart (Jürgen),
und unterrichten vier Breitensportgruppen. Die Behinderung von Jürgen ist dabei kein Hindernis.
Wir sind dankbar, dass wir durch unseren Sport sehr viele nette Menschen kennen gelernt haben (und solche, die nicht so nett waren,
haben wir trotzdem nicht aus dem Gedächtnis gestrichen).
Aber nicht nur die Tanzerei hält uns fit: wir lieben z. B. Bergwanderungen (möglichst da, wo keine Menschen mehr anzutreffen sind) und haben
auf Fernreisen (z. b. Thailand und USA) andere Länder, Sitten und Kulturen erleben dürfen.

Weiterhin ist Ingrid ein sehr kreativer Mensch (dazu mehr bei ihr) und Jürgen hat sich sogar unter die Buch-Autoren gemischt (dazu mehr bei ihm).
Uns wird nie langweilig!
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Ingrid: über sich
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- geboren am 24.10.1948
- in Rotenburg/Fulda
- gelernter Beruf: Einzelhandelskauffrau
- Lieblingstanz: Langsamer Walzer und Tango
- in Jürgen habe ich einen (Tanz-)Partner, der nie oder selten mit einem (Trainings-)Ergebnis zufrieden ist.
Da heißt es manchmal. Auf die Bremse treten!
- mein Lebensmotto: Augen zu und durch!
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Meinen Traumberuf
"Mode-Zeichnerin" konnte ich leider nicht erlernen. Ging zu der damaligen Zeit nicht.
Meine kreative Seite habe ich aber im Laufe der Jahre ausgelebt mit Stricken, Sticken, Knüpfarbeiten, Kupferarbeiten und Malen (u. a.
Bemalen von Zinnbildern) bis hin zum Entwerfen und Schneidern der Kinderkleidung unserer Kinder und sogar meiner Abendkleider.
Seit einigen Monaten habe ich ein neues Betätigungsfeld gefunden:
alte Kaufmannsläden, Puppenstuben und ähnliches aufarbeiten und nach eigenen Ideen
und Vorstellungen wieder einrichten.
Es entstehen
Hutlädchen, Stofflädchen, Modelädchen, und vieles mehr. Alle Accessoires, und seien sie noch so klein erstelle ich in
liebevoller Handarbeit selbst. Es macht mir unglaublich viel Spaß und ich kann mich mit meinen Ideen so richtig "austoben":
So manche unerfüllte Kindheitsträume von mir und anderen Sammlern werden so wahr.
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Jürgen: über sich
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- geboren am 05.11.1945
- in Reddehausen, Kreis Marburg/Lahn
- erlernter Beruf: Technischer Zeichner im Stahlhochbau
- Juli 1965: Einberufung als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr
- später: Berufssoldat bei der Luftwaffe bis 1999
- bis 2000: selbstständige Tätigkeit
- Lieblingstanz: Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer
- in Ingrid habe ich eine ideale (Tanz-)Partnerin: sie weiß, wo ich welche
(Trainings-)Schwerpunkte setzen muss, bremst aber auch, wenn ich (wieder mal) zu viel auf
einmal will
- mein Lebensmotto: sage ich im letzten Satz!
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Der Tanzsport hat mir, besonders nach meiner Kehlkopf-Operation, sehr viel gegeben.
Neben dem Rückhalt in meiner Familie war dies der Weg, der mich wieder zurück ins Leben gebracht hat.
Zur Aufarbeitung meiner Krankheit habe ich die Zeit vor meiner Operation, den Klinikaufenthalt, Reha, sowie die
Monate und Jahre danach in einem Buch festgehalten.
Zunächst nur als Dank für meine Familie und in wenigen Exemplaren. Ingrid hat versucht mich davon zu überzeugen, dass dieses Buch
doch einem größeren Leserkreis
zugänglich sein sollte, um auch anderen Betroffenen wieder Lebensmut zu geben. Nach langem Zögern habe ich zugestimmt.
Mit Unterstützung der Firma HEIMOMED Medizintechnik GmbH in Kerpen haben wir im Karin Fischer Verlag GmbH in Aachen einen
renommierten Verlag gefunden, der mein Buch herausbringt.
In diesem sehr persönlich gehaltenen Buch schreibe ich über den schweren Weg zur Bewältigung meines neuen Lebens, über Fortschritte und
Rückschläge, Freude und Enttäuschungen, die ersten Sprechversuche bis hin zu eigenen Erfahrungen im Alltag, dem Umgang mit
anderen Menschen, der Unterrichtung von vier Sportgruppen und dem Erreichen von eigenen großen sportlichen Erfolgen.
Das Buch trägt den Titel
Du kannst ja wieder lachen!
Kehlkopfkrebs - mein Leben danach
und ist über den Karin Fischer Verlag
(www.karin-fischer-verlag.de),
im Internet
(z.B. www.amazon.de)
bzw. im Buchhandel unter ISBN 3-89514-579-3 zum Preis von 11,50 EUR erhältlich.
Sollte dieses Buch helfen, anderen Menschen Mut zu machen, ein gleiches oder ähnliches Schicksal anzunehmen
und nach vorn zu schauen, wäre dies für mich der größte Lohn.
Es wird immer einen Weg zurück zum Leben geben. Jeder muss ihn aber für sich selbst finden.
Mein persönliches Motto lautet:
Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.
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